Wie übe ich richtig
Wie übe ich richtig Gitarre?
Wer nicht REGELMÄSSIG übt, wird auf Dauer keine Fortschritte im Gitarrenspiel machen.
Im Gitarren“unterricht“ gebe ich die Anleitung zum Gitarrenspiel, verstehe mich als Trainer wie im Sport.
Im Sport erklärt der Trainer „wie es geht“, laufen, springen, trainieren muss der Sportler selbst. So ist das auch beim Gitarrenspiel.
Als Gitarrentrainer zeige und erkläre ich, gebe Tipps und hilfe bei Schwierigkeiten. Trainieren = Üben muss der Gitarren“schüler“ selbst!Geübt wird zu Hause, die Zeit für Üben ist im „Unterricht“ zu knapp und nicht ausreichend!
Auch Profis üben regelmäßig, um die motorischen Abläufe, die „Gelenkigkeit“ der Finger und Hände zu erhalten und zu verbessern, um neue Musikstücke zu beherrschen und ihr musikalisches Wissen und Können zu erweitern.
=> Wichtig ist das richtige Üben!
JEDEN Tag eine kurze Zeit üben, ist besser, als einmal in der Woche lange üben! Wie lange du übst, hängt davon ab, wie gut du ein Stück schon beherrscht und wie der Schwierigkeitsgrad der Übung ist.
Richtig sitzen und die Gitarre richtig halten.
Die „klassische“ Sitzhaltung erleichtert das Greifen mit der linken Hand und entspannt den Oberkörper. Wer falsch sitzt, scheitert sehr bald an einfachen Übungen!
Kinder:
Mit der Gitarre nicht „rumhampeln“. Ganz zu Beginn genügt es in der Regel, die rechte Hand 10 Minuten täglich zu trainieren. Die korrekte Haltung der rechten Hand ist wichtige Voraussetzung für ein gelungenes Gitarrenspiel! Sobald die linke Hand mit den ersten Tönen und Melodien hinzukommt, sollte zum Aufwärmen die rechte Hand 5 Minuten trainiert werden, dann die Aufgaben der linken Hand in Angriff genommen werden.
Für die linke Hand empfehle ich bei Anfängern, die die ersten Tonleitern im Fünftonraum (C, F, D, G, A, Am) kennenlernen, wie folgt vorzugehen:
Die jeweils aktuelle Tonleiter (später die verschiedenen Tonleitern) einige Male durchspielen. Das dauert einige Minuten, maximal 3 - 5 Minuten. Solange, bis die Töne fließend und ohne Nebengeräusche gespielt werden können.
Dann die bisherigen Stücke mindestens einmal wiederholen, solange aber, bis sie ohne Unterbrechung und fehlerfrei gespielt werden. Das dürfte in der Regel im Rahmen von 10 Minuten machbar sein.
Die aktuelle Übung genau ansehen:
Die Töne der aktuellen Übung studieren und die Noten den Fingern zuordnen. Ggf. Töne greifen ohne sie zu spielen. Eigene Bewegungsabläufe bewusst und langsam durchgehen. Auf evtl. Hinweise von mir (im Schulungsbuch) achten!Langsam spielen rechte und linke Hand zusammen.
Stücke werden anfangs immer langsam eingeübt! Auf korrekte Sitzhaltung und korrekte Haltung und korrekten Anschlag (Apoyando) bei der rechten Hand achten!
Schrittweise üben.
Nimm dir die ersten paar Noten und Takte eines Stückes. Wenn du diese beherrscht, übe weiter.
Stellen, an denen du immer wieder „rausfliegst“ oder „hängenbleibst“ gesondert üben.
Immer wieder, mehrfach hintereinander! Dann erst das ganze Stück wieder üben.
Darauf achten, dass die Finger auch liegenbleiben, die Töne klingen und nicht abgehackt werden.
Vorausschauend spielen, die Finger werden für die nächsten Schritte vorbereitet. Siehe Hinweise im Unterricht bzw. in der Gitarrenschule.
=>> Das gleiche gilt für Fortgeschrittene! <==
Erst wenn rechte und linke Hand sicher zusammenspielen, werden die Feinheiten des Spielens eingearbeitet, das Musikstück gestaltet. Das erlente wird schneller gespielt, flie-ßender. Mit der rechten und linken Hand wird über die Lautstärke (forte/piano), die Anschlag-härte, Dämpfen, Tempo, Phrasierungen und Akzente, Klangfarbe usw. entschieden und die-se eingebaut, bis das Stück perfekt ist. Anleitung dazu gibt es von mir im Unterricht und in der Gitarrenschule.
Musik machen besteht nicht aus Aneinaderreihen von Tönen, sondern aus Klanggestaltung, aus Interpretation. Und das erfordert Übung und Beherrschen von bestimmten Techniken, Abläufen und musiktheoretische Kenntnisse wie z.B. Notenlesen ...
Ein Fortgeschrittener Spieler (sobald mit der linken Hand neben der Meldie stimme auch die Bässe gegriffen werden), der mehr als nur „ein bisschen klimpern können“ möchte, sollte – je nach Schwierigkeit des Stücks und je nachdem wie leicht oder schwer ihm das Gitarrenspiel fällt – 20 bis 30 Minuten täglich Zeit fürs üben aufbringen.
Natürlich soll das Üben auch Spaß machen – und wenn es mal nicht so „klappt“, sollte die Übungszeit täglich auf mehrere kleine Abschnitte unterteilt werden!
Wer „größeres“ vorhat – wie z.B. Musik Leistungskurse, vielleicht spätere berufliche Ambitionen mit der Gitarre, sollte auch als Fortgeschrittener Übungszeit täglich nicht unter einer Stunde einplanen.
Wichtig für Eltern!
Die Gitarre ist ein nicht ganz leicht zu erlerndes Instrument
– vor allem, wenn man es richtig können möchte!
Bei manchen Kinder – gerade unter 10 - 12 Jahren – kommt nach einiger Zeit ein „Tief“; sie stellen sich oftmals vor, dass man nicht üben muss und trotzdem spielen lernt. Das ist falsch und dem kann man entgegenwirken!
Legen Sie feste, regelmäßige „Übungszeiten“ fest.
Achten Sie darauf, dass das Kind korrekt sitzt.
Achten Sie darauf, dass das Kind RUHE bei üben hat.
Freunde, Geschwister, Eltern, die rundherum „Action“ machen, lenken vom üben ab!
Lassen Sie das Kind vor dem Üben austoben und die Schulaufgaben machen. Verlangen Sie von Ihrem Kind nicht, dass es üben muss, während die Geschwister draussen spielen oder am Badesee sind.
Finden Sie einen Zeitpunkt, bei dem auch das Umfeld „konzentriert“ etwas macht und das Kind weiß, dass es „nichts versäumt“, wenn es jetzt Gitarre spielt.
Packen Sie zusammen mit dem Kind gleich nach dem Gitarrenunterricht das Instrument, Notenständer und Fußschemel sowie die Gitarrenschule aus und lassen Sie Instrument und Zubehör wenn irgendwie möglich immer griffbereit im Kinderzimmer stehen. Wenn erst umständlich und lange vor jedem Üben ausgepackt und dann wieder aufgeräumt werden muss, verlieren Kinder schnell die Lust!
Lassen Sie sich zeitnah nach der Gitarrenstunde von Ihrem Kind zeigen, was gemacht wurde.
Ich halte nichts von „Hausaufgaben“ und „Hausaufgabenheft“. Ich vermerke in der Regel mit Datum in der Gitarrenschule den aktuellen Übungsstand. Und ich mache zu den Stücken, die im Unterricht besprochen und gespielt werden vermerke, gebe Hilfestellungen mit Notizen im Gitarrenlehrbuch.
Lassen Sie Ihr Kind in der Gitarrenschule eigene Notizen machen!
Lassen Sie Ihr Kind FRAGEN aufschreiben, bereiten Sie es darauf vor, dass es Fragen und „Probleme“, Dinge, die es nicht versteht, auch mir gegenüber im Gitarrentraining formulieren kann.
Loben Sie, auch wenn es sich mal falsch anhört! Loben Sie für das Üben und die Fortschritte (und wenn sie noch so klein sind!) und nicht für das korrekte Spiel!
Lassen Sie Ihr Kind erklären, was es übt und warum es das Stück SO übt. Auch wenn Sie selbst keine Noten kennen und kein Instrument spielen, werden Sie merken, wenn sich etwas „falsch“ anhört. Halten Sie Ihr Kind dann dazu an, nochmal zu üben, in kleinen Schrittten und vor allem LANGSAM zu üben (siehe Übungstipps oben!)
Zwingen Sie Ihr Kind nicht zu üben, aber fordern Sie es dazu auf! Wenn wiederholt ein „keine Lust“ kommt, lassen Sie sich erklären warum und sprechen Sie ggf. mit mir. Zu fördern heisst auch, zu fordern!
Machen Sie Ihrem Kind auch deutlich, dass mit dem Können auch der Spaß, mit dem Spaß der Erfolg, mit dem Erfolg die Lust, noch mehr zu können und die Bestätigung vor sich selbst und von anderen kommt.
Musikmachen können ist cool!
Machen Sie deutlich, dass es für Sie wichtig ist, dass Sie ein kreatives Kind haben und sich über seine Erfolge freuen. Sicher kennen Sie einige der Lieder, die Ihr Kind übt. Vielleicht können Sie mit dem Kind üben und mitklatschen oder mitsingen, wenn es auf der Gitarre mal nicht so klappt!
Lassen Sie Ihr Kind zeigen, was es kann.
Freuen Sie sich darauf, wenn es Ihnen, Freuden, Verwandten ... etwas vorspielen möchte. Es muss ja nicht perfekt sein! Lassen Sie es in der Schule ruhig auch an Musikprojekten teilnehmen oder die Gitarre zum Musikunterricht in der Schule (nach Absprache mit der Lehrkraft) mitnehmen, wenn es dort mit anderen spielen kann. Wenn dazu Musikstücke eingeübt werden sollen, integriere ich das gerne in den Gitarrenunterricht!
Wenn Sie selbst ein Instrument spielen, spielen Sie die Lieder aus der Gitarrenschule zusammen mit Ihrem Kind.
Sie können die einfacheren Lieder auch mit anderen Instrumenten spielen oder begleiten.
Zeigen Sie dem Kind auch, dass ein Instrument sorgfältig behandelt werden soll, dass es wertvoll ist, dass die Musikausbildung eine Ausgabe bedeutet.
Ihr Kind sollte wissen, dass das Hobby Gitarre spielen lernen und können auch für Sie eine „Verpflichtung“ bedeutet. Ein Kind wird damit auch die Wichtigkeit und den Wert der Musikaubildung wahrnehmen.
Gitarrenunterricht hat nichts mit Schule zu tun, sondern mit Freizeit.
Ich gehe davon aus, dass Ihr Kind freiwillig Gitarre lernen wollte/will und deshalb zu mir kommt. Hängen Sie das Thema „Gitarre“ deshalb nicht zu sehr an die Schule an. Wenn es Freizeit und Hobby ist und sein soll, gibt es keinen Grund, nicht auch in der schulfreien Zeit Gitarre zu lernen und zu üben. Das Instrument sollte „selbstverständlich“ zum Alltag dazugehören. Vielleicht finden sich in den Ferien gerade auch Vormittagstermine, an den die Gitarrenstunde entspannter wahrgenommen werden und dann den Rest des Tages Freizeit stattfinden kann.
Gitarrenunterricht und Gitarre üben geht nicht zu Lasten von Schule und Schulleistung.
Im Gegenteil: Musik machen, Musikinstrumente erlernen fördert die schulische Lernfähigkeit und Konzentration. Und es ist etwas, für das man sich freiwillig entschieden hat.
Für fleissiges Üben kommt die Belohnung für Kinder von ganz alleine:
Begeisterter Gitarrentrainer, Eltern, die Lieder erkennen, Freunde, die den Guitarrero „cool“ finden, „spannendere“ und schwierigere Musikstücke ... Fordern Sie Ihr Kind ruhig auf, auch Lieder aus dem Kinderliederbuch zuhause oder aus der Schule zu probieren und zu üben! Dann macht es gleich doppelt Spaß! Und manchmal ist an einem heißen Sommertag ein Eis nach erfolgreichem Üben DIE Motivation ...
Lassen Sie Ihr Kind am Ende des Übens ruhig „rumklimpern“ und mit der Gitarre spielen, was es will – auch wenn es etwas lauter und ein bischen „schräg“ klingt. Das gehört zum Töne lernen und Instrument erfahren dazu ...
Ich hoffe, dass diese Tipps – auf die meisten wären Sie auch ohne mich gekommen! – dem Üben bei Ihrem Kind und der Freude und dem Erfolg am Instrument weiterhilft!
